Wir alle sind Flüchtlinge

Wir alle sind Flüchtlinge

Über die Bedeutungen von Migration gestern und heute

In diesem Aufsatz werden Anregungen gegeben, in das Tosen des sprachlichen Alltaggetönes hineinzuhören und zu verstehen, was die Elemente des Lärmens bedeuten. Groß sind die emotionale und sprachliche Verwirrung angesichts der Massen an Konfliktherden, Terroristen, Idealen und Geschäften, die Deutschland medial und real … überfluten. Die Herstellung von Nüchternheit ist das Ziel.

Im Anfang war der Schock

Die Bibel ist sicher kein geschichtswissenschaftlich einwandfreies Werk summa cum maxima laude. Sie gibt im Rückblick des fortgeschrittenen Ablaufs der welthistorischen Zeit dem Gefühl eines Verlustes, des größten Verlustes der Menschen, vorbildlich Bildhaftigkeit. „Paradise lost“ (1667) nennt John Milton seine monumentale Darstellung der Vertreibung aus dem Paradies, der Zwangsumsiedlung vom Schlaraffenland in das Tal der Tränen.

Das Urempfinden in der Menschheitsgeschichte, wie immer es dargestellt wird, ist der Schock. Ob der Mensch den schützenden Urwald in Richtung Savanne verlässt (Hans Blumenberg[i]) oder das Gefühl von „Geworfenheit“ in das „Sein zum Tode“[ii] (Heidegger) erleidet oder individualpsychologisch das „Das Trauma der Geburt“[iii], übersteht: Am Anfang war der Schock, war das Trauma. Dieses Grundgefühl begleitet den Menschen latent oder manifest das ganze Leben. Aus ihm speist sich die Angst, die als Lebenshilfe versucht, vor Schaden zu warnen. Das setzt sich fort in der Angst vor einer Wiederholung des einmal Erlittenen, der Retraumatisierung[iv].

Die Vertreibung als Strafe für eine Sünde ist nur ein Teil der Geschichte, der andere berichtet von der Verführung, von dem Prinzip Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen. Denn der Teufel versprach vom Essen der Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse eine Gottähnlichkeit.

So setzen, ganz grob gesagt, zwei Ursachen den Menschen in Bewegung: Er flieht vor der drohenden Vernichtung oder er erwandert sich eine bessere Welt. Genauer ausgedrückt: Die Menschen folgen einer individuellen Mischung beider Gründe.

[i] Blumenberg, Hans: S. 11.

[ii] Heidegger, S. 252 ff.

[iii] Rank, S. 72 ff.

[iv] Huber, 2, S 202 ff.

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Maximilian Waldschmidt: Die Fischerrosel vom Starnbergersee

Fischerroslcover^^

Die Fischerrosl oder die Verzauberung der Welt

Maximilian Schmidt schrieb auf Anregung König Ludwigs II. den Roman »Die Fischerrosl von St. Heinrich. Ein Lebensbild vom Starnberger See um 1840«. Die Natur, für die der See stellvertretend steht, birgt für den feinfühligen Menschen einen Zugang zum Himmel.

Waldschmidt verzaubert die Welt, indem er sie tief in die religiöse Sphären steckt. So wird die Natur zum Heilsbringer.

 

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